Mac OS X Synchronisieren
Wer z.B. von Berufswegen aus an mehreren Macs (einer Privat und einer auf der Arbeit) arbeitet oder auch z.B. von Überall auf seine Dateien zugreifen möchte, der hat sich garantiert schon den ein oder anderen Gedanken zum Thema Synchronisation gemacht. Da ich mich durch mein neues MacBook nun auch wieder intensiver mit dem Thema beschäftige, möchte ich hier ein paar Möglichkeiten, mit den einzelnen Vor- und Nachteilen, vortstellen.
Zunächst einmal muss man unterscheiden, auf welche Art und Weise man seine Dateien synchronisieren möchte. Zur Auswahl steht hier die synchrone und die asynchrone Synchronisierung (klingt toll oder). Beim synchronen Synchronisieren, werden die Daten direkt zwischen zwei Rechnern ausgetauscht. Im Gegensatz dazu, werden bei der asynchronen Synchronisation die Daten über ein weiteres Medium (z.B. FTP/Internet) bereitgestellt. Im Allgemeinen unterscheidet man zusätzlich noch nach der Richtung der Synchronisation (z.B. von Links/Quelle nach Rechts/Ziel, von Rechts/Ziel nach Links/Quelle oder beidseitig). Synchronisiert man nur in eine Richtung, werden alle Daten nur in eine Richtung “kopiert”. Allerdings wird die einseitig Synchronisation, je nach Software, unterschiedlich realisiert. Man kann z.B. die Daten welche auf der Quelle nicht vorhanden sind, auf dem Ziel automatisch löschen lassen oder diese ignorieren. Ganz egal welche Möglichkeit einem mehr zusagt, die Synchronisation sollte früher oder später vollkommen automatisiert und ohne manuelle Eingriffe ablaufen.
Synchrone Synchronisation
Da die synchrone Synchronisation auf direktem Weg zwischen zwei Macs synchronisiert, müssen dazu beide Geräte eingeschaltet und z.B. mit einem Netzwerk- oder Firewirekabel verbunden sein. Außerdem wird eine Software wie z.B. ChronoSync oder Personal Backup X5 benötigt. Hierfür muss man zwischen 30,-€ und 70,-€ hinblätern. Wer sich allerdings mit Unix auskennt, wird sicherlich auch das kostenlose Kommandozeilentool rsync kennen. Nachdem ich mich im letzten Jahr schon testweise mit PersonalBackup auseinander gesetzt hatte, die Software aber inzwischen keine beidseitige Synchronisation mehr anbietet und ich nicht bereit war dafür 70,-€ auszugeben, hatte ich mich letzten Monat mit ChronoSync beschäftigt. Diese Software hat mich schon weitaus mehr überzeugt als es PersonalBackup je getan hat. Den einzigen Nachteil, den ich bisher feststellen konnte, war allerdings dass ich keine einzelne Dateien sonder nur ganze Ordner synchronisieren konnte. Dies ist in sofern unnütz, dass wenn ich z.B. die Library/StickiesDatabase, also die Datei in der die Notizzettel gespeichert sind, synchronisieren möchte, ich dazu die Komplette Library synchronisieren müsste. Im Klartext wären dies 11GB anstatt 16KB. Eventuell wäre es noch möglich mit einem Alias/Symbolischen Link die Datei zu Synchronisieren aber dies war mir diese einzelne Datei dann auch nicht wert. Ein weiterer Vorteil von ChronoSync ist es, dass man mehrere gespeicherte SyncDokument zu einem großen SyncContainer zusammenfassen konnte, so dass auf einen Schlag alle Synchronisationsprozesse (zeitgesteuert) ausgeführt werden können. Leider trat an dieser Stelle auch wieder ein kleines Problem auf. Wurden innerhalb eines SyncDokumentes, in einem SyncContainer keine Datei synchronisiert, weil z.B. Ziel und Quelle noch identisch waren, schrieb der Synchronisationsprozess einen Fehler in die Protokolldatei. Nun könnt ihr euch selbst ausrechnen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass bei der Synchronisation Ziel und Quelle noch identisch sind. Also je öfter man synchronisiert, desto öfter hat man auch hier den ein oder anderen planmäßigen Fehler.
Asynchrone Synchronisation
Das bekannteste Beispiel hierfür ist der Dienst MobileMe von Apple. Hierüber lassen sich nicht nur Dateien sondern auch Systemeinstellungen, Lesezeichen, Kalender, Widgets sowie Einstellungen bestimmter Programme synchronisieren. MobileMe kostet im Jahr 79,-€ und ist meines Erachtens bisher die Beste Lösung um die Einstellungen zwischen ein oder mehreren Macs sowie dem iPhone zu synchronisieren. Auf die Synchronisation der restlichen Dateien musste man aufgrund von Geschwindigkeitsproblemen und lahmen Servern meist tagelang warten womit diese für den produktiven Betrieb nutzlos war. Seit dem neusten Update des Services im Dezember und vermutlich auch dank dem Systemupdate zu Mac OS 10.5.6 geht die synchronisation der iDisk inzwischen wesentlich schneller vonstatten. Der Geschwindigkeitsvorteil macht sich allerdings nur bei einzelnen Dateien bemerkbar.
Da zumindest bis vor wenigen Tagen die Synchronisation mittels iDisk dermaßen lahm war, dass ich es innerhalb eines Tages nichtmal schafft meine iDisk auf meinen Mac zu spiegeln (ich berichtete bereits), nutzte ich für die Synchronisation der Dateien, inkl. einiger weniger Programmeinstellungen, das Tool DropBox. Da ich mich noch in der public beta Phase registrierte und mein MobileMe Account bald verlängert werden muss, verzichtete ich zum Testen auf einen kommerziellen Account. Seit dem ich nun zwei Wochen Dropbox nutze, hatte ich bisher noch keine Probleme und die interne Backupfunktion, welche Snapshots der hochgeladenen Dateien erstellt, ist auch sehr zu loben. Da allerdings zwischen dem kostenlosen 2GB und dem 10$ teuren 50GB eine große Preisspanne liegt, werde ich mir vorerst wohl noch keinen kostenpflichtigen Account holen und das groß der Daten mit MobileMe oder eben gar nicht synchronisieren.
Fazit:
Wer 70,-€ für eine Software zur synchronen Synchronisation ausgibt, kann sich damit auch fast einen MobileMe- oder einen Dropbox-Account für ein Jahr kaufen. Die asynchrone Methode bietet meist mehr Flexibilität und ist komfortabler. Allerdings muss jeder für sich entscheiden welches die wohl beste Lösung für seine Zwecke ist. Es lässt sich jedoch Vermuten, dass die ideale Synchronisation eine Mischung aus allen genannten Produkten darstellt. Schließlich möchte der ein oder andere bestimmt auch ab und an mal ein Video synchronisieren und dies geht auf direktem Weg einfach am Besten.
Einen Tipp möchte ich euch zum Abschluss noch geben. Das Synchronisieren von vielen kleinen Dateien wie z.B. Bildern wie sie in MobileMe Galerien vorkommen, erfordert mehr zeit als das Synchronisieren einer großen Datei. Wenn ihr also z.B. einen ganzen Ordner samt Unterordner synchronisiert, kann dies sehr lange dauern und ihr solltet euch überlegen ob ihr wirklich alle Dateien samt Unterordner oder nur teile davon benötigt. Ebenso solltet ihr, wenn ihr MobileMe nutzt und auf Geschwindigkeit angewiesen seit den Schnickschnack wie MobileMe Galerien oder Webseiten, auf Grund der vielen kleinen Dateien, außen vor lassen.
Weitere Onlinedienste sind:
Auch interessant sind die Newsseiten von MobileMe, denn diese sind anscheinend nur spärlich verlinkt:
- MobileMe News (deutsch)
- MobileMe News (englisch, meist aktueller)
PS: ich kann es immer noch nicht glauben dass MobileMe inzwischen meine komplette Bandbreite nutzen kann. Das ist wie Weihnachten (allerdings befürchte ich, dass es trotzdem nicht für meine Zwecke ausreichend ist und oder nur eine spontane Erscheinung war)!
Update 01.01.2009
Zunächst wünsche ich Euch ein frohes neues Jahr. Hier habe ich noch einen schönen Link zum Arbeiten mit dem Tool ChronoSync gefunden.
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